L. Fumagalli
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Häufig gestellte Fragen

Was ist Homöopathie eigentlich?

Die Homöopathie ist eine eigenständige Arzneitherapie mit einer klar definierten Vorgehensweise. Sie wird seit über 200 Jahren von Aerzten und Nichtärzten bei akuten wie chronischen Erkrankungen angewendet. Der Name setzt sich aus den griechischen Wörtern «Homoion» (= ähnlich) und «Pathos» (= leiden) zusammen. Die Homöopathie beruht auf einem Naturgesetz: «Aehnliches wird durch Aehnliches geheilt». Eine Arznei kann bei einem gesunden Menschen bestimmte Krankheitssymptome hervorrufen. Wenn nun ein Kranker ähnliche Symptome hat wie die, welche von der Arznei beim Gesunden hervorgerufen werden, so kann dieses Arzneimittel seine Krankheit heilen.

Krankheit wird nicht als isoliertes Geschehen betrachtet, das nur ein einzelnes oder mehrere Organe betrifft (so als sei z.B. nur der Darm krank), sondern als Ausdruck einer Störung des ganzen Organismus. Die Homöopathie betrachtet den Menschen immer in seiner Gesamtheit, wozu auch Gemütsverfassung, Lebensgewohnheiten usw. gehören. Die Verordnung nur eines Arzneimittels zur gleichen Zeit für die Gesamtheit aller Beschwerden einer Person erfolgt nach einem umfassenden Erstgespräch, in der die Symptome der Krankheit genau ermittelt werden. 

Arbeitet die Homöopathie nur mit Placebos?

Der Homöopathie wird vorgeworfen, dass sie nur mit Scheinmedikamenten (Placebos) arbeite, weil in den Arzneien in höheren Potenzierungen keine materielle Substanz mehr nachgewiesen werden kann. Die Vorstellung, dass es für eine therapeutische Wirksamkeit auf die materielle Anwesenheit ganzer Arzneimoleküle ankommt, ist genauso unsinnig, wie die Annahme, dass ein mit Zucker gesüsster Tee nicht mehr süss sein könnte, wenn man in der Tasse keinen ganzen Zuckerwürfel mehr sieht. Wo liegt denn hier ein Unterschied? Beides, Zuckerwürfel wie Arzneimolekül, sind unübersehbar komplex geschichtete Systeme. Jedermann weiss, dass auch das Molekül nicht im entferntesten der unterste elementare Baustein unserer Welt ist, und der Zuckerwürfel besitzt nur noch einige Schichten mehr. Soll das den ganzen Unterschied ausmachen?

Hier muss auf den fundamentalen Unterschied zwischen Prozess und Produkt hingewiesen werden. Was die mess- und fühlbaren Wirkungen hervorbringt, sind nicht die sichtbaren Produkte (Moleküle) selbst, sondern die unsichtbaren geistigen Prozesse. Die Moleküle sind nichts weiter als sichtbare Zwischenstationen in der unendlichen Kette von Bildern, welche die geistige Schichtung uns vermittelt. Oder anders gesagt, schlussendlich ist es immer die Information die zählt. Information kann nicht gemessen werden. Man könnte einem Chemiker ein Buch zur Analyse übergeben. Er würde präzise und exakt das verwendete Holz, ja sogar das Alter des Holzes, die Farben und Leimzusammensetzung etc. bestimmen. Nur über den Inhalt des Buches würden seine Messungen keine Information liefern…!! Wo wir uns doch alle einig sind, dass es in einem Buch nicht die Buchstaben sind, die zählen, sondern die Botschaft (Information) die sie vermitteln.

Die Naturwissenschaften sind noch nicht so weit, die Wirkungsweise der Homöopathie endgültig und schlüssig zu erklären, doch die Erfahrung und die Behandlungserfolge sprechen für sich. Dies ist das Entscheidende! 

Gibt es in der Homöopathie Tierversuche?

Die Arzneien die angewendet werden, wurden von gesunden Freiwilligen in den letzten 200 Jahren eingenommen. Die Prüfer sind oft Homöopathen, die genau wissen, worauf bei den Arzneimittelprüfungen zu achten ist. Die Kenntnisse über die verschiedenen Arzneien ermöglichen es erfahrenen oder spezialisierten Homöopathen damit auch kranke Tiere erfolgreich zu behandeln. 

Arbeiten Homöopathen nur mit pflanzlichen Mitteln?

Nein, es kommen auch viele Stoffe aus der belebten und unbelebten Natur zum Einsatz. z.B. Mineralien, Metalle, Stoffe tierischen Ursprungs etc. 

Was ist der Unterschied zur Phytotherapie?

Der Unterschied zur Phytotherapie besteht in der völlig anderen Anwendung. In der Phytotherapie wird mehr auf der körperlichen Ebene gearbeitet, in der Homöopathie auf der feinstofflichen, stark energetischen Ebene. 

Hat die Homöopathie wirklich keine Nebenwirkungen?

Bei längerem unsachgemässen Gebrauch einer Arznei kann es zu unangenehmen Krankheitserscheinungen kommen, und zwar als ungewollte Arzneimittelprüfung. Ebenso dürfen sehr giftige Substanzen nicht über längere Zeit in niedrigen Potenzen eingenommen werden. Es kann vorkommen, dass sehr sensible Menschen überempfindlich auf ein Mittel reagieren können. Diese Symptome verschwinden jedoch normalerweise nach kurzer Zeit von selbst wieder. 

Hilft die Homöopathie nur bei chronischen Krankheiten?

Nein, die Homöopathie hilft auch bei akuten Leiden. Je heftiger der akute Prozess ist, desto schneller setzt die Besserung ein. 

Was versteht man unter Potenzierung?

Die Arzneien werden stufenweise verdünnt und zwischen jedem Verdünnungsschritt verrieben oder verschüttelt. Erst durch die Verschüttelung oder Verreibung wird das verdünnte Mittel in seiner Arzneikraft voll erschlossen.

Die Verdünnung erfolgt mit den arzneilich neutralen Substanzen Alkohol oder Milchzucker. 

Was ist ein Komplexmittel?

Ein Komplexmittel ist ein Gemisch aus verschiedenen Arzneimittel. Die klassischen Homöopathen arbeiten in der Regel nur mit Einzelmittel und nicht mit Komplexmittel. 

Welche Krankheiten können mit homöopathischen
Mittel behandelt werden?

Prinzipiell ist die Homöopathie eine universelle Heilmethode, man kann damit fast alles behandeln, was nicht in den Bereich der Chirurgie oder Notfallmedizin gehört.

Akute Erkrankungen wie Blasenentzündungen, Ischilagien, Mittelohrentzündungen, Grippe, Kinderkrankheiten und Erkältungen sprechen in der Regel sehr schnell auf ein homöopathisch richtig verordnetes Mittel an. Häufige Krankheitsbilder wie Heuschnupfen, Neurodermitis, Psoriasis, Asthma, rheumatische Erkrankungen, Magen-Darmkrankheiten, psychosomatische Krankheiten etc. werden mit der klassischen Homöopathie erfolgreich behandelt. Bei schwerkranken Menschen, ist eine Heilung oftmals nicht mehr möglich, aber eine Verbesserung des Allgemeinzustandes ist sehr häufig feststellbar. 

Ich habe schon homöopathische Mittel bekommen,
die aber nicht wirkten. Wirkt die Homöopathie nicht
bei jedem Menschen?

Menschen, die über viele Jahre allopathische Medikamente eingenommen haben, und ihre ursprünglichen Symptome nicht mehr beschreiben können, sind auch mit der Homöopathie schwer zu heilen. Nicht immer findet der Homöopath das richtige Mittel auf Anhieb. Man kann mit der Homöopathie auch keine zerstörten Organe wieder herstellen. 

Warum gibt es verschiedene Potenzen?

Je nach Krankheitsbild verwendet man unterschiedliche Potenzen. Manchmal wirkt im Behandlungsverlauf die eine oder andere Potenz nicht mehr und man muss wechseln. 

Soll man alles homöopathisch behandeln?

Nicht jeder Schnupfen oder jedes Kopfweh bedarf einer homöopathischen Behandlung. Erst bei häufigem Auftreten oder bei schwereren Symptomen sollte man eine homöopathische Behandlung machen. 

Ist eine Erstverschlimmerung bei einer
homöopathischen Behandlung positiv?

Eine Erstverschlimmerung zeigt, dass der Patient auf das Mittel reagiert hat. Kommt es anschliessend zu einer Besserung, kann man davon ausgehen, dass das Mittel richtig gewählt war. 

Ich habe keine Erstverschlimmerung, heisst das,
dass die Homöopathie bei mir nicht wirkt?

Nicht jeder Patient bekommt eine Erstverschlimmerung. Eine Heilung kann auch ohne Erstverschlimmerung einsetzen. 

Muss ich meine anderen Medikamente während
einer homöopathischen Behandlung absetzen?

Dies muss im Einzelfall geprüft werden. Cortison z.B. welches seit längerer Zeit eingenommen wird, darf auf keinen Fall sofort abgesetzt werden. Man muss immer überprüfen, ob die eingenommenen Medikamente den homöopathischen Heilungsverlauf ungünstig beeinflussen. 

Seit meiner homöopathischen Behandlung habe
ich alte Symptome, die ich vor Jahren hatte, wieder
bekommen. Ist dies gut oder schlecht?

Nach dem homöopathischen Heilungsgesetz verläuft die Heilung immer rückwärts in der Zeit. Es können deshalb im Verlauf der homöopathischen Behandlung Krankheitssymptome auftreten, die man schon Jahre davor hatte. Dies gilt vor allem für Krankheiten, die man in irgendeiner Form unterdrückt hat. (Cortison, Cortisonsalben, Antibiotika etc.) Je nach Verlauf der Behandlung verschwinden diese Symptome wieder von alleine, oder sind ein Hinweis auf einen Mittelwechsel. Kommt ein Ausschlag (oder ein anderes Symptom) wieder, darf dieses auf keinen Fall unterdrückt werden, da man sonst die Krankheit nach innen in den Körper schiebt. 

Warum bekommt man manchmal Globuli und
manchmal Tropfen?

Das ist vom Patienten abhängig. Ob tägliche Tropfen, oder Einmalgaben muss in jedem Einzelfall geprüft werden. 

Mein Kind hat die ganze Flasche Globuli geschluckt.
Ist das gefährlich?

Nein. In der Homöopathie ist nicht die Menge, sondern die Häufigkeit der Mittelgabe ausschlaggebend. Der Informationsgehalt von 5000 Globuli ist der gleiche wie von einem Globuli. (Wenn sie 1000 Bücher vom gleichen Autor mit dem selben Inhalt lesen, bleibt sich der Informationsgehalt auch gleich wie wenn es sich nur um ein Buch handeln würde.) 

Wie lange dauert eine Behandlung?

Krankheiten die seit Jahren bestehen, brauchen länger bis sie wieder verschwinden. Dies heisst aber nicht, dass erste Verbesserungen schon in kurzer Zeit möglich sein können. 

Wie oft muss ich mich behandeln lassen?

Nach der Erstanamnese kommt man etwa im Abstand von 4-6 Wochen wieder in die Praxis. Dieses «Follow up» dauert in der Regel 30-60 Minuten. Die Folgetermine sind dazu da, die Reaktion auf das gegebene Mittel zu beurteilen und den weiteren Behandlungsverlauf festzulegen.